Review Thrustmaster T16000 M
Review Thrustmaster T16000 M

Michi testet Thrustmaster T16000 M

Flugsimulator mit passendem Joystick

In meinem letzten Bericht hatte ich es bereits angekündigt, dass für mich der Flugsimulator 2020 diesen Herbst ein Objekt der Begierde sein wird. Darum war es auch notwendig, dass mein Computer so weit aufgerüstet wird, dass ich unbeschwert virtuell über die Lüfte schweben kann. Mit dem Upgrade der Grafikkarte und SSD hatte ich schon mal Teil eins erledigt.

Ein wichtiges Puzzlestein für diese Vorhaben ist aber auch, dass ich das richtige Steuergerät habe. Fliegen auf einer Tastatur macht halt nur halb so viel Spass. Aus diesem Grund habe ich mich auf die Suche nach einem guten Joystick begeben. Wenn man einigermassen seriös von Joysticks und allgemein Eingabegeräten für Games redet, kommt man eigentlich nicht um die Firma Thrustmaster herum. Schon lange im Geschäft, breites Repertoire an Geräten und auch das gewisse Etwas. So kann man vom Ferrari Lenkrad über Gamepads bis zum detailverliebten Schubregler im Airbus Stil eigentlich alles haben.

Ein schöner Nebeneffekt als Master of Gadget ist natürlich, dass man auch mal Gadgets testen kann wo man vielleicht, wenn man diese selbst berappen müsste, eher die einfachere und günstigere Variante wählen würde. Aus diesem Grund dachte ich mir, ein Joystick allein reicht nicht. Wenn schon, dann das volle Programm mit Schubregler und Pedalen. Schnell landete ich dann beim Set T16000 M. By the way, mich würde es wirklich mal Wunder nehmen wie all die Produktmanager – nicht nur von Thrustmaster – auf die ulkigen Bezeichnungen kommen. Ich kann mir jetzt nicht vorstellen, dass es schon 16’000 Versionen gibt. 😉

Unboxing

Ich habe schon diverse grössere Pakete erhalten. Das Thrustmaster Set reiht sich hier schön ein. Im Gegensatz zu anderen Produkten rechtfertigt sich die Paketgrösse hier aber eindeutig. Die drei Eingabegeräte haben eine schöne Grösse und wirken auf mich sehr stabil. Obwohl sie aus Plastik sind, wirken sie auf mich überhaupt nicht billig. Bei genauerem Betrachten stelle ich fest, dass Joystick und Schubregler über eine schöne Anzahl von Knöpfen und Reglern verfügen. Perfekt denke ich. Dann kann man alles individuell einstellen.

Inbetriebnahme

Die Inbetriebnahme gestaltet sich sehr einfach. Einfach per USB anschliessen und gut ist. Wichtig zu wissen ist, dass man für die drei Geräte zwei USB-Anschlüsse braucht. Die Pedalen und der Schubregler sind dabei zusammengefasst, der Joystick separat. Mein erster Gedankengang war, dass das nun aber nicht so schlau ist, insbesondere wenn man etwas eng an freien Anschlüssen ist. Klar man kann immer einen USB Hub nehmen, um das zu lösen. Beim genauer drüber nachdenken, finde ich die Trennung aber eine gute Sache. So ist es problemlos möglich auch nur den Joystick zu nutzen und die anderen zwei Eingabegeräte (welche man nicht bei jedem Spiel brauchen dürfte) bei Nichtbenutzung getrost im Schrank zu lassen.

In der Anleitung empfohlen wird aber trotzdem die herstellereigene Software zur Konfiguration und Einstellen von Details zu verwenden. Gesagt, getan. Aber da bin ich dann schön auf die Welt gekommen. Aber dazu mehr im nächsten Abschnitt

Nutzung

Die Thrustmaster Geräte sind zweifelsfrei nicht für jeden gedacht. Allein aus Preisoptik wird hier die Zielgruppe der anspruchsvollen, realitätssuchenden Gamer angesprochen. Leider hat es Thrustmaster mit Abbildung der Realität etwas übertrieben – zumindest für meine Anspruch. Bei der Software kann man wohl ALLES was man will konfigurieren. Jeden Knopf, jeden Regler, einfach alles. Auch die Sensitivität der Sticks. Es wäre theoretisch auch möglich, dass man Makros programmiert und diese hinter den Buttons hinterlegt. Eigentlich habe ich einen technischen Hintergrund mit einem informatiknahen Studium und habe auch jahrelang selbst Software und Datenbanken entwickelt. Bedeutet ich bin Technik nicht abgeneigt. Aber bei dieser Software habe ich schon nach kurzer Zeit die Flügel gestreckt. Wie ein Esel stehe ich vor der Bahnschranke und habe keinen Plan was ich da genau einstellen kann – und soll. Es gibt verschiedene Profile, Konfigurationen, Zuweisungen. Die Oberfläche der Software sieht aus wie eine ERP Software aus dem 1990. Eine Anleitung gäbe es zwar, aber da bin ich mittlerweile zu faul, um mich durch 50 Seiten zu kämpfen. Ein kurzes Überfliegen dieser Anleitung zeigt mir aber, dass es wohl möglich ist so ziemlich alles zu konfigurieren was man halt will. Aber der Thurstmaster T16000 M ist definitiv nichts für Personen der Sorte «ich habe ein iPhone weil es so selbsterklärend ist».  Vielleicht hat sich Thrustmaster auch gedacht, wenn wir schon Eingabegeräte für «Nerds» bauen, dann machen wir das so richtig authentisch und designen auch die Software darum möglichst nerdig 🤓. Falls dem so wäre, Jungs & Mädels, Ziel definitiv erfüllt 😁!

Thrustmaster T16000 M Joystick
Thrustmaster T16000 M Joystick

Über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein

Für mich stellt sich aber die Frage ob ich überhaupt etwas konfigurieren und anpassen will. Eigentlich will ich nur fliegen. Aus diesem Grund verzichte ich vorerst drauf und lasse die Software hinter mir. Es muss doch auch möglich sein, ohne Anpassungen und Konfigurationen einfach den Flugsimulator zu spielen.

Und ja, dem ist so. Zu meinem grossen Erstaunen ist direkt in den Flugsimulator 2020 die Möglichkeit der Konfiguration der Joysticks integriert. So kann man jeden Button des Joysticks wie auch des Schubreglers anpassen und auf andere Funktionen legen (die Pedale findet sich nicht wieder, aber dort gibt es auch nicht viel einzustellen). Das finde ich angenehm. Wie Sie den Bildern entnehmen können, handelt es sich dabei nicht um eine 08-15 Integration, sondern man sieht den Original Joystick und wie er daherkommt. Cool!

Thrustmaster T16000 M Joystick
Thrustmaster T16000 M Joystick

Ab geht’s nun in den Himmel. Ich bin ehrlich und gebe zu, dass mich die Realitätstreue des Fliegens selbst eher überschaubar interessiert. Wie erwähnt, möchte ich einfach fliegen und die grossartige Aussicht erleben. Und der Flugsimulator 2020 ist da schon eine Wucht. Man hat teilweise das Gefühl in Echt zu fliegen. Übrigens: In diesem Herbst soll dann auch eine Variante mit Virtual Reality Unterstützung kommen. Das wird sicher der Hammer und sicherlich ein Review wert. 😉

 Wichtig ist einfach, dass man auch die richtige Hardware hat – sonst wird’s mehr Frust als Lust. Natürlich gehört zum richtigen Steuern eines Flugzeuges auch eine breite Platte an Befehlen und Steuerungseinstellungen. Davon gibt es beim Flugsimulator definitiv nicht zu wenige. Von Vorteil ist es auch, wenn man gewisse Grundkenntnisse der Fliegerei besitzt. Hier zählt sich aus, wenn man Eingabegeräte hat, welche das auch unterstützen. Und hier kommt die Stärke des Thrustmaster T16000 M zum Zug. Für jeden Befehl gibt es auch einen entsprechenden Knopf/Regler/Joystick. Sei das von der Steuerung, den Motorschub über die Umsicht im Cockpit bis zu jeder Funktion wie dem Einziehen der Fahrwerke. Die Tastatur muss man nicht benutzen. Hier kommt aber auch mein grosses Problem ins Spiel. All die Knöpfe und Regler, sei das auf dem Joystick, wie auch Pedale und Schubregler sind nicht beschriftet. Bei einzelnen macht das auch keinen Sinn und ist logisch (wie der Schubregler oder die Cockpit Umsicht), jedoch hat beispielsweise der Joystick 12 separate Buttons in der Basis und noch 4 Buttons im Joystick Knopf. Das überfordert mich. Ich muss regelmässig den Flug unterbrechen und in den Optionen schauen, welcher Button nun für was da ist. Vielleicht liegt es auch am Alter 😉 – aber ich kann mir das auch nicht merken. Entspanntes Fliegen sieht für mich anders aus. Das sieht wohl anders aus, wenn man viel Zeit investiert – allenfalls auch Konfigurationen anpasst. Irgendwann wird man es wohl intus haben. Das ist mir aber zu viel Aufwand. Und so fliege ich halt einfach auf Gut Glück und in den Optionen schön eingestellt, dass viele meiner Fehler durch Automatiken korrigiert werden. Aber seien wir ehrlich, dann hätte es kein so ausgefeiltes Profi-Set gebraucht.

Fazit

Das Thrustmaster Set T16000 M ist qualitativ top. Die Software dazu aber gewöhnungsbedürftig und nur für Leute mit viel Zeit und Lust fürs konfigurieren.  Man muss sich gut hinterfragen, ob man wirklich ein Eingabeset mit so vielen Möglichkeiten braucht, oder ob nicht auch einfach ein einfacher Joystick mit wenigen Button und einem Schubregler reicht. Grundsätzlich kann man immer auch noch die Tastatur separat brauchen, falls es doch ein, zwei Buttons mehr braucht. Für mich wäre das wohl eine sinnvollere Option gewesen. Möchte man aber einen hohen Realitätsgrad mit vielen Buttons und Regler haben und bringt auch noch etwas Zeit und Wille fürs Detail mit, dann kann ich das Thrustmaster Set nur empfehlen

80
Empfehlung
Newsletter
Abonnieren Sie jetzt unsere Technik-News!